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Die Kutscher von den Prinzeninseln

Auf den Prinzeninseln, nur 10 Kilometer vor Istanbul malerisch im Marmarameer gelegen, gibt es bis zum heutigen Tag keinen Autoverkehr. Traditionelle Pferdekutschen haben sich als alltägliches Fortbewegungs- und Transportmittel gehalten. Über 230 Pferdekutscher befördern für ein paar Lira Personen und Güter aller Art mit ihren Gespannen kreuz und quer über die Hauptinsel Büyükada. Die Kutscher rangieren am unteren Ende der sozialen Skala Istanbuls und hausen oft in einfachsten Hütten ohne Strom und fließend Wasser, manchmal sogar zusammen mit ihren Pferden. Einer von ihnen ist Sükrü Cicek. Während der Saison hat er regelmäßig Einkünfte, insbesondere von den gut zahlenden Touristen. In den Wintermonaten gibt es jedoch Tage an denen die sechsköpfige Familie von den wenigen Reserven zehren muss. Von den herrschaftlichen, weißen Prachtvillen, die Istanbuls High Society in den heißen Sommermonaten bewohnen, kann er nur träumen.

Trotz des traditionellen Kutschbetriebes haben sich einige moderne Eigentümlichkeiten herausgebildet. Auf dem zentralen Kutschplatz, dem wohl größten Kutschentaxistand der Welt, hat sich ein Kontrollturm, ähnlich einem Flughafen-Tower, etabliert. Von hier aus werden die vielen Kutschen koordiniert und zu ihrer nächsten Fuhre per Lautsprecher ausgerufen.

Auch ein „Pirelli“-Hufschmied hat sich auf dem Kutschplatz angesiedelt. Da die Pferde auf den steilen und überwiegend asphaltierten Straßen gerade bei Nässe schnell ausrutschen können, wird das Gummi alter Autoreifen zusätzlich unter die Hufeisen geschlagen. Die Pferde traben also auf dem Profil ehemaliger Autoreifen über die Insel.
Kutschen sind das einzigeSükrü Cicek ist einer vonAuf dem größten Kutschen-Ein ausgeklügeltes SystemViele Kutscher gehören zurZur HauptverkehrszeitReiche Istanbuler fliehenViele Kutscher arbeitenStark gesüßter schwarzerAlte Autoreifen werdenDas markante Profil der‚Pirelli“ für die PferdeDer zentrale KutschplatzTürkische ZigarettenReguläre Fahrpläne gibt